Beispiel 1 (Fortsetzung)
Nach dem Entformen der Einbettmasse-Stümpfe, werden diese im kalten Vorwärmeofen bis 700°C erwärmt, um zu entgasen, und dann in den Keramikofen umgesetzt und die Temperatur bis 1000°C erhöht und ca 10min gehalten.
Die Stümpfe können über das Pin-System passgenau auf das Orginal-Sägemodell
umgesetzt und geschichtet werden.
Über das erarbeitete Mock-Up können alle Informationen über Silikonschlüssel 1:1 übernommen werden, speziell Zahnlänge und Schneidekantenverlauf.
Es empfiehlt sich vor dem ersten Brand die Präpgrenze mit einem speziellen Markierungsstift zu kennzeichnen- das Ausarbeiten fällt deutlich leichter!!
Vor jedem Brand werden die Stümpfe jetzt gewässert, um der Keramikmasse nicht unnötig Feuchtigkeit beim Schichten zu entziehen.
Im ersten Brand wird ein reiner „Wash-Brand“aufgetragen, sozusagen um die Oberfläche des Stumpfes erst einmal zu glasieren.
Bei einer herkömmlichen Veneer-Präparation die über die Approximalflächen bis in den palatinalen, lingualen Raum reicht, empfiehlt sich im ersten Brand das benötigte Dentingerüst aufzubauen und zu brennen. Die Plazierung der Schneide-und Transpa-Schichtung vereinfacht sich deutlich im zweiten Brand, da die Schrumpfung gerade auf feuerfesten Stümpfen oft schwer einzuschätzen ist. So verhindert man ein „Verrutschen“ seiner eingelegten und exakt platzierten Effekte.
Im zweiten Brand wird über die ausgewählten Schneide-und Transpamassen die Zahnform vervollständigt. Im abschliessenden Glanzbrand sollte gerade im Randbereich etwas Glasurmasse verwendet werden, um eine hochglänzende und damit homogene Oberfläche an den dünnen, auslaufenden Rändern zu gewährleisten.
Nach dem abschliessenden Brand wird die Einbettmasse vorsichtig ausgestrahlt mit Glanzstrahlmittel und möglichst wenig Druck, um die Schalen keinesfalls zu beschädigen. Die Veneers werden dann auf die Orginal-Gipsstümpfe aufgepasst.
Vor dem Dublieren sollten die Stümpfe leicht ausgewachst werden. Damit reduziert sich das Aufpassen der Schalen auf ein Minimum.
Grundsätzlich lassen sich alle hochschmelzenden Verblendkeramiken auf feuerfesten Stümpfen anwenden.
Das Starlight-System von Dentsply bietet zusätzlich zur Schichtkeramik Repair-Massen an, die es ermöglichen, nachträgliche Korrekturen auf niedrigerer Brenntemperatur vorzunehmen, ohne sichtbaren Farbunterschied.
Jeder, der schon einmal an einem geschichteten Veneer noch korrigieren musste, weiß: das ist ein wirklicher Rettungsanker und kann sozusagen „Leben retten“!
Der Vorteil von geschichteten Veneers und Laminaten gegenüber den gepressten keramischen Schalen liegt in der individuelleren Modifizierbarkeit in der Farbgebung und den damit verbundenen unterschiedlich steuerbaren Transparenzen. Damit soll allerdings nicht die Aussage entstehen, dass gepresste Schalen nicht ihre Anwendungsbereiche und Vorteile haben. Sie benötigen aber eine Mindestschichtstärke von 0,4-0,5 mm, um ausgepresst werden zu können.
Allerdings kann jeder Anwender für sich selbst entscheiden: welches Verfahren ist für mich besser zu handhaben?
Alle der drei vorgestellten Lösungsmöglichkeiten mit geschichteten Veneers (Beispiel 1, Beispiel 2, Beispiel 3) bergen ganz unterschiedliche Anforderungsprofile in sich.
Eines haben allerdings alle gemeinsam: einen Lösungsweg über die Versorgung mit Laminaten, der wenig bis kaum biologische Substanz kostet und unter Einhaltung der funktionellen Forderungen dem Patienten ein für ihn optimales Ergebnis bietet.
Weitere Beispiele:
Beispiel 2 - Versorgung mit keramischen Frontzahn-Veneers Fall 2