Beispiel 1
Mock-ups in der Zahntechnik zur Herstellung Keramischer Frontzahn-Veneers von 13-23
Die Patientin stellte sich mit einer für sie nicht mehr zufriedenstellenden Frontzahnsituation vor (Bild 1) und es bestand der Wunsch nach einer Verbesserung.
Aufgabenstellung war: eine Lösung zu Gunsten ihrer Frontzahn- Ästhetik, ohne entsprechende Vor-Behandlung über Kieferchirurgie und -orthopädie. Da ihre natürlichen Zähne keinerlei behandlungsbedürftigen Befund aufwiesen, soll in diesem Fall auch wirklich nur von „Kosmetik“ gesprochen werden.
Angestrebt wurde eine Lösung über keramische, geschichtete Frontzahn-Veneers.
Gerade bei einem wie hier gezeigten Fall war es umso wichtiger, über ein „Mock-Up“ alle kosmetischen und phonetischen Veränderungen der Patientin im Vorfeld aufzeigen zu können.
Der Begriff Mock-up kommt aus dem englischen(= Attrappe) und bedeutet in diesem Zusammenhang eine Art „Vorführmodell“
Um der Patientin jetzt erst einmal eine Vorstellung von dem zu geben, wie das zu erreichende Ergebnis aussehen könnte, wurde auf den noch nicht präparierten Zähnen ein sogenanntes Mock-Up hergestellt (Bild 2,3). Der Zahntechniker setzt seinen Vorschlag zur Lösung eines solchen Falles über ein sogenanntes „Wax-Up“ in das Mock-Up um. Das bedeutet, er ergänzt die Form in Wachs auf dem Gipsmodell und überträgt diese gewonnene Form in Kunststoff , das dann als „Vorführmodell“ im Mund des Patienten anprobiert werden konnte, ohne das in irgendeiner Form ein zahnmedizinischer Eingriff im Vorfeld notwendig war.
Dieses Mock-Up erfüllte nun mehrere Funktionen :
Alle funktionellen Bedingungen konnten jetzt im Mund des Patienten direkt überprüft werden, die phonetische Kontrolle spielte hierbei eine wichtige Rolle.
Speziell die F-,S- und SCH-Laute stehen in direktem Zusammenhang mit Schneidekantenlänge und der Stellung der Frontzähne. Eine Veränderung dieser Positionen kann erhebliche phonetische Störungen bewirken. Umso wichtiger war es, eine Veränderung der Frontzähne vorher probieren zu können
Zusätzlich konnte die Patientin die gravierenden Veränderungen in ihrem Gesicht in Ruhe beurteilen. Dieses Mock-Up dient ganz besonders als Kommunikationsmittel zwischen Zahntechniker, Patient und Zahnarzt.
Die erste Modellation und Gestaltung der Zahnform und –Länge soll immer nur als Vorschlag gewertet werden, der dann mit dem Patienten, selbstverständlich unter Beachtung der funktionellen Bedingungen, bis hin zur definitiven Lösung erarbeitet wird.
Die gewonnene Form wurde dann über einen Silkonschlüssel festgehalten.
Um nun für die Anprobe und eventuelle Veränderungen am Mock-Up genug Zeit zur Verfügung zu haben , kam die Patientin zum ersten Termin ins Labor
Es ließ sich gleich erkennen, dass die Schneidezähne der linken Seite verlängert werden mussten (Bild 4). Hier wurde in Wachs angetragen (Bild 5), bis ein zufrieden stellendes Ergebnis erreicht war , wobei vor allen Dingen die Phonetik immer wieder überprüft wurde.
Das Ausmaß der Veränderungen war mit Hilfe der Schlüssel deutlich zu erkennen
(Bilder 6-7).
Ohne die Arbeit mit den Mock-Ups ist eine Umsetztung in keramische Veneers, die alle ästhetischen und funktionellen Bedigungen erfüllen sollen, kaum möglich.
War jetzt der „äußere Mantel“ festgelegt (Bilder 8-9) und erarbeitet, konnte nun mit der Umsetzung in die keramischen Veneers begonnen werden.
Grundsätzliches lässt sich über Vorgehensweise und den Schichtaufbau sagen:
Ein Sägemodell wurde ganz konventionell als Pin-Modell hergestellt und die Stümpfe über Duplikate in Einbettmasse-Stümpfe umgesetzt.
Nach dem Entformen der Einbettmasse-Stümpfe, wurden diese im kalten Vorwärmeofen bis 700°C erwärmt, um zu entgasen, und dann in den Keramikofen umgesetzt und die Temperatur bis 1000°C erhöht und ca 10min gehalten.
Die Stümpfe konnten über das Pin-System passgenau auf das Orginal-Sägemodell
umgesetzt und geschichtet werden (Bild 10).
Über das erarbeitete Mock-Up wurden alle Informationen über Silikonschlüssel 1:1 übernommen, speziell Zahnlänge und Schneidekantenverlauf (Bild 11).
Es empfiehlt sich vor dem ersten Brand die Präparationsgrenze mit einem speziellen Markierungsstift zu kennzeichnen- das Ausarbeiten fällt deutlich leichter (Bild 12)!
Vor jedem Brand wurden die Stümpfe jetzt gewässert, um der Keramikmasse nicht unnötig Feuchtigkeit beim Schichten zu entziehen.