Beispiel 2
Versorgung mit keramischen Frontzahn-Veneers Fall 2
Der Wunsch der Patientin nach ihrer kieferorthopädischen Behandlung bestand in einer zusätzlichen Verbesserung ihrer Frontzahn-Situation. Ihre Vorstellung war, die immer noch bestehenden Lücken zwischen den Frontzähnen zu schließen über die Versorgung der mittleren Schneidezähne mit zwei Veneers (Bild 1,2).
In der folgenden Vorgehensweise wird nun deutlich, wie wichtig eine zahntechnische analytische und diagnostische Betrachtung der Situations-Gipsmodelle ist (Bild 3). Bei genauerer Betrachtung fiel neben den bestehenden Lücken vor allen Dingen der unregelmässige Zahnfleischverlauf ins Auge.
Um die Lücken durch Versorgung der mittleren Schneidezähne mit Veneers schliessen zu können, mußten die Zähne, um in einem harmonischen Längen-und Breitenverhältnis zu bleiben, auch verlängert werden. Dies aber hatte zur Folge, dass sie in der Seitwärtsbewegung des Unterkiefers unter Zahnkontakt nicht mehr durch die Eckzähne geschützt werden konnten. Somit konnte die Gewähr für die Haltbarkeit der Veneers nicht mehr vom Labor übernommen werden, da auch natürliche Zähne dieser Überbelastung nicht standhalten würden Auch hier war das Mock-Up ein ideales Kommunikationsmittel zwischen allen Beteiligten : Patient, Zahntechniker und Zahnarzt.
Der Zahntechniker setzte seinen Vorschlag wieder über das „Wax-Up“ in das Mock-Up um (Bild 4,5,6), wie schon im Fall 1 genau beschrieben. Das Mock-Up wurde bei der Patientin zur optischen Beurteilung auch an den notwendigen Stellen über das Weichgewebe gelegt, da über eine kleine chirurgische Zahnfleischkorrektur der marginale Zahnfleischverlauf korrigiert werden konnte, das heißt die Kronen optisch verlängert wurden (Bild 7). Alle vier Schneidezähne wurden miteinbezogen, um in einem harmonischen Verhältnis zu bleiben (Bild 8,9).
Jetzt waren alle Vorraussetzungen geschaffen worden, um der Patientin die Möglichkeit zu geben, alle Vorschläge sofort auch visuell in ihrem eigenen Gesicht beurteilen zu können (Bild 10-12).
Auch hier wurde neben der ästhetischen Beurteilung auf die phonetische Kontrolle ganz besonderen Wert gelegt. Es ist immer wieder zu beobachten , in diesem Falle zu hören, welche Unterschiede es in der Adaptationsfähigkeit der menschlichen Muskulatur, und damit verbunden der „Programmierung der Festplatte des Gehirns“, gibt. Während bei dem Einen schon Zehntel-Millimeter an Veränderung in diesem dreidimensionalen Raum „Mundhöhle“ genügen, um das Sprachbild speziell in den F-,S- und SCH-Lauten zu verändern, verträgt ein Anderer Veränderungen gemessen in mm-Bereich. Ein Trugschluß, zu glauben, „…dass wird sich dann schon einspielen…“
Gerade bei geplantem Lückenschluß in der Front erlebt man, dass das Zusammenspiel zwischen Lippen, Zunge und Luftströmung während der Phonation einfach nicht mehr funktioniert. In diesem Fall war es für die Patientin eine recht schnelle Entscheidung, die minimal-invasive Korrektur des Gingivaverlaufes als vorbereitende Maßnahme vornehmen zu lassen und alle sechs Frontzähne über Veneers versorgen zu lassen. Solche kosmetischen Veneers, richtigerweise Laminate genannt, benötigen nur eine minivalinvasive Präparationstechnik, die für den Patienten nur geringsten biologischen Substanzverlust bedeutet. In manchen Fälle braucht sogar nicht beschliffen werden, die Laminate werden auf den vorbereiteten Zahn nur aufgeklebt, wenn eine rein additive Lösung möglich ist.
Da für ihr Sprachbild mit den neu geschaffen Dimensionen keinerlei Irritationen zu erwarten waren, sollten dann im Anschluß an den chirurgischen Eingriff nach entsprechender Wartezeit die Zähne für die Veneers präpariert werden. Die Veneers wurden auch in diesem Fall durch eine reine Schichttechnik auf feuerfesten Stümpfen hergestellt. Die zahntechnische Umsetzung erfolgt auf gleiche Art und Weise wie schon in Fall 1 beschrieben.
Die Bilder 13-15 zeigen die Veneers direkt nach dem Einsetzen.